Apr 302014
 

 

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Eine falsch zugewiesene Identitätsfrau mit aussenliegender Geschlechtsidentität hat das Bestreben,
ihre Identität durch ihr Äusseres definiert zu wissen,
und durch ihre körperliche Angleichung im höchstmöglichen Maße zu unterstreichen.

Die gaOP ist vollzogen, auch die Bartepilation, auch die Besuche beim Logopäden brachten Erfolge.
Sie hat Glück, ihre natürlichen Haare machen eine schöne Frisur, sie hat durch die HRT einen Busen mit Cup B bekommen:
Trotzdem: Sie ist nicht zufrieden, sie findet sich selbst nicht schön, vor allem ist sie der Meinung, dass ihr Passing in Gefahr ist,
da sie nicht als Frau assoziiert werden könnte: Ihre Kopfform, ihre Größe in Verbindung mit breiten Schultern und schmaler Hüfte,
ihre Hände, Füße, der Kehlkopf, alles Indizien auf etwas, was den Betrachter verwirren könnte, was ihn davon abhalten könnte,
zu sagen, das ist eine Frau, oder mindestens: das ist keine schöne Frau.

Häßlichkeit ist in unserer Gesellschaft minderwertig, genauso wie alt zu sein oder krank.
In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist Jugend und Schönheit eines der wichtigsten Güter,
dazu gehört auch einen Job zu haben mit hohem Verdienst, Status-Symbole wie drei mal im Jahr in Urlaub fahren,
neues Auto, grosse Wohnung, grosser Flachbildschirm, Plastic Money und Kreditwürdigkeit sind Eckpfeiler unserer kapitalistischen Welt.

Die erwarteten Schönheitsideale sind klar umrissen. Sie werden jeden Tag in Medien wie Kino, Fernsehen, Werbefernsehen,
durch Stars und Idole, auch natürlich in der Pornoindustrie vermittelt. Auch sehr junge Frauen lassen sich ihre Brüste machen,
die Form, die Grösse, oder beides, sie sind gesund, aber es passt etwas nicht: Das erwartete Ideal wird nicht erfüllt.

Jedes vierte Mädchen ist in Deutschland lt. Statistik 2013 magersüchtig, der Wettbewerb findet unter den Mädchen selbst statt,
sie konkurieren untereinander und ihre Ideale finden sie in Modemagazinen, bei Pop-Stars, oder den Erotikangeboten im Internet:
So möchten sie, nein, so müssen sie auch aussehen, um mithalten zu können.

Seit neuestem ist es nicht mehr “in” das die kleinen Schamlippen vorschauen, allein die Namensgebung drückt schon die Erwartung aus.
“Klein” sollen sie sein, für wen ?
Die inneren Schamlippen, so die richtige Bezeichnung, müssen nicht klein sein, aber es ist nun mal nicht “schön” wenn sie vorschauen.
Die Schönheitschirurgie hat Hochkonjunktur – diese auf das rechte Maß zu bringen, was kommt morgen ? Gesichts-OP ?
Wird das Kinn, die Stirn demnächst auch diesen Erwartungen unterzogen ? Wo soll das enden ?
Ausserhalb dieser Erwartung zählt “man” als hässlich, Hässlichkeit wird zur Falle, und zwar für denjenigen, die sich Hässlichkeit von anderen definieren und vorschreiben lassen, wann etwas hässlich ist – und wann nicht.

Frauen die ihre Botox-Behandlungen spätestens nach ein paar Jahren bereuen, wenn das Gesicht in alle Richtungen auseinanderfällt,
scheint das sehr wichtig zu sein, was andere als hässlich definieren.
Die Frage stellt sich, warum viele Frauen diesen Wahnsinn mitmachen ? Ist es das Wert ?

Für mich ist das ein Fetisch. Schönheitsideal-Fetisch. Eine sexuelle Spielart.
Sie konzentriert sich auf bestimmte Merkmale, die sein dürfen und die nicht sein dürfen, Oberschenkel die zu dick sind ? Fettabsaugung ! Unbedingt ! Oberschenkel müssen schmal sein ! Sie dürfen sich nicht berühren, wenn man nackt oder im Bikini vor dem Begutachter der Mode-Agentur steht. Nur für wen ? Der Mann der auf Rubensfigur steht wird das nicht anziehend finden, wenn er eine Frau sieht,
die aussieht wie ein Gerippe. Trotzdem, der Druck ist gewaltig, die vom Schönheitsideal abweichen gehören nicht dazu, Pop-Stars, Schauspieler, Sportler-Frauen, Fernseh-Stars, sie haben eine Bringschuld: Sie müssen gut aussehen, und zwar für die Masse.
Die Masse hat mehr Stimmrecht als Einzelne mit scheinbar ausgefallenen Wünschen und Vorstellungen. So ensteht das Einheitsbild einer attraktiven Frau, eine Hülle die funktioniert, eine Hülle die dann als attraktiv empfunden wird und Akzeptanz bekommt,
wenn eine ganz spezifische morphologische Ausprägung gegeben ist.

Es wird gejoggt, Fitness-Center sind voll von strampelten und trainierenden Frauen – die Haarfarbe blond spielt hier schon fast nur noch eine Nebenrolle, sie ist ja schon selbstverständlich im Schönheitswahn und der zwanghaften Erfüllung möglichst vieler Klischees, die zu einer Bejahung führen müssen: Wow ! – Super ! – Was für eine Frau !
Wer sind die Täter ? Wer ihre Opfer ?

Die Täter sind zum einen die Männer, die aus patriarchischen Intentionen diese Frauenbilder heranzüchten,
schon allein in der Entscheidung, wie eine Werbekampagne besetzt wird, mit welchem Gesicht, mit welcher Frau,
welche Figur soll sie haben usw..
Die Täter sind aber auch diejenigen Frauen, die sich in diesem Konstrukt einbetten, und ihre hässliche Kollegin verraten (müssen) um einen Vorteil zu erlangen, der nur ihrem Aussehen geschuldet ist.

Die Opfer sind die hässlichen Frauen. Sie werden in Zugzwang gebracht, der flache kleine Busen über den die Freundin sagt:
Den kannst Du doch “machen lassen”. Die Opfer sind die falsch zugewiesenen Frauen, die mitsamt den hässlichen Frauen Abseits stehen müssen, denn wenn es schon für CIS-Frauen fast unmöglich ist, sich in diesem Wettbewerb zu etablieren, wie dann für eine falsch zugewiesene Frau, die so ganz und gar nicht in das Schema passen will ?

Einen Menschen über das Äussere hinaus zu betrachten und zu bewerten, mag wie selbstverständlich keine Berücksichtigung in unserem kapitalistisch denkenden Gesellschaftskonzept finden, das alles zu vermarkten vermag, wonach die Masse schreit.
Da bleiben Individualtiät auf der Strecke, das Seltene, im Sinne von Besonderem, die Schönheit eines 4-blättrigen Kleeblatt, unwichtig,
weil keine Quoten damit erzielt werden:
Diese Seltenheit muss dem Konformen, den pauschal-plakativen weichen, dem, was unter Schönheit verstanden wird.

Eine falsch zugewiesene Frau, die über ihr Passing nachdenkt, sollte es nicht versäumen, sich mit einer hässlichen Frau zu vergleichen.

Sie sollte sich auch die Frage stellen, welche Reaktionen eine hässliche Frau in der Gesellschaft zu erwarten hat.

In Bezug auf ihren Partner den sie sucht, in Bezug auf ihr Bewerbungsgespräch und in Bezug auf ihren Wert, den sie hätte,
wenn sie jemand für einen Werbespot einsetzen möchte. Sie wird feststellen, dass sie in den meisten Fällen uninteressant erscheinen wird.

Eine falsch zugewiesene Frau wird allein schon aus diesem Druck heraus an den Anforderungen an ihr Äusseres scheitern,
Anforderungen, die diese Gesellschaft an sie stellt, die sehr auf Äusseres achtet.

Und wenn es nur die Mutter des zukünftigen Partners ist, die ihrem Mann am Abend nach dem Ersten Zusammentreffen erählen wird:
Was hälst Du denn von ihr ? Irgendwie sieht sie nicht so hübsch aus findest Du nicht ?
Formulierungen und Gedanken von einem durch Assoziationen, was schön ist und nicht, kognitiv geprägtem Gehirn,
deren neuronale Vernetzungen in den Bereiche Liebe, Vorurteilsfreiheit und Berührung mit Seelen unterentwickelt oder gänzlich unbesetzt sind.

Eine Gesellschaft, in der selbst Männer Kosmetik für sich als selbstverständlich ansehen, in denen Natürlichkeit einer Körperkonstruktion weicht, der Körper wird produziert, es wird “sich produziert” – und zwar schon bevor nur ein Kleidungsstück angezogen wird.
Die Anforderungen sind extrem hoch. Ein Sakko für die Männer und ein Eeu de toilette reichen schon lange nicht mehr aus.
Die Männer sind geschminkt und zupfen sich die Nasenhaare regelmässig mit der Pinzette, nachdem sie nach dem Solarium vor dem Spiegel ihr Gesicht kritisch prüfen. Was die Männer bereits für sich als wichtig entscheiden, erwarten sie umsomehr von den Frauen.
Die Frauen, die diesen Wahnsinn nicht mitmachen, nehmen die gesellschaftlichen Nachteile in Kauf.

Die falsch zugewiesene Frau hat aber nicht die Entscheidung, dies nicht mitzumachen oder nicht,
sie ist fest auf der Verliererseite zu verorten.

Ist Passing also schon dann für eine falsch zugewiesene Frau erfolgreich, wenn sie nicht auffällt ?

Ist eine Frau glücklich wenn sie nicht auffällt ? Will sie nicht schön sein ? Kann eine hässliche Frau im Sinne von “entspricht nicht dem Schönheitsideal” trotzdem auffallen, und zwar nicht durch ihre Hässlichkeit, sondern durch ihre spezifische Schönheit, Schönheit allein deshalb, weil diese nicht Idealen, Klischees, Erwartungen entspricht ?

Ihre eigene, individuelle, unverwechselbare Anziehungskraft ? Wenn wir uns die Medien ansehen, eher nicht.
Alles was aus der Norm, der Schönheitsnorm fällt, wird eher in einem satirischen Kontext verwendet,
oder wenn das Publikum zum lachen animiert werden soll.

Wenn erfolgreiches Passing einer falsch zugewiesenen Frau den einzigen Sinn haben soll, dass Sie nicht auffällt,
sehe ich hier eine Resignation.

Eine Resignation davor, auffallen zu wollen. Eine Frau möchte begehrt werden. Das ist für eine Frau enorm wichtig.
Eine Frau die dick ist, oder ihren sehr grossen Busen hässlich findet, und alles in ihrer Kleidung versteckt,
in weiten schwarzen Oberteilen, dass sie möglichst mit ihrer “Unnormalität” nicht auffällt, kann mit ihrer individuellen Schönheit,
Besonderheit nicht auffallen. Sie ist schön. Und zwar für einige, für einige wird sie sogar mit ihrer Besonderheit alle anderen übertrümpfen.
Schönheitsideale sind auf Massengeschmack focussiert, wenn Du erkennst, dass Du nicht der Masse gefallen musst,
dafür aber mit Deinen speziellen Eigenschaften sehr gut einigen wenigen gefällst, hast du gewonnen.

Schönheitsideale in Medien verfolgen in der Regel den Ansatz, Massengeschmäcker zu befriedigen, aber gerade das macht sie langweilig,
starr und austauschbar, gewöhnlich.

Wenn sie sich eine Frau ihrer besonderen Schönheit bewusst wird, wird sie diese Merkmale nicht verstecken,
sondern gegen den Norm-Strom schwimmen. Frauen wie Männer, die genau diese Besonerheit schön finden,
werden sie dann auch sehen und auch erst entdecken können.

Und das was sie selbst als hässlich empfindet, wird für sie dann positiv, wenn ein Betrachter genau dieses Merkmal begehrt.
Ansonsten muss sie sich fragen lassen, für wen sie ihren Busen versteckt, oder sich einer OP unterzieht:
Für Menschen, der sie “nur” deshalb begehrt, oder einem Schönheitsideal der Gesellschaft ?

Vielleicht gefällt sie sich selbst nicht ?

Dann muss sie sich fragen lassen, warum dies so sein könnte.
Und sie muss sich fragen lassen, mit welcher Gewissheit sie ihre eigene Wahrnehmung als Referenz nehmen kann,
für einen Betrachter, der eine völlig andere Sichtweise der Dinge haben muss als sie selbst.

Genau wie die Frau in dem Beispiel, die ihren zu grossen Busen hässlich findet, und die einen Mann oder Frau findet,
der oder die genau das Gegenteil über ihren Busen sagen,
genauso kann eine falsch zugewiesene Frau ihre Merkmale als schön empfinden lassen: Von den entsprechenden Betrachtern:
Da wird ein zu schmales Becken, ein zu breiter Rücken, eine für eine Frau zu grosse Körpergrösse oder Schuhgrösse plötzlich völlig unwichtig, wenn wir aufhören einem Schönheitsideal folgen zu wollen, die Kopfform spielt keine Rolle mehr, wenn der Betrachter, der uns zum Cafe einlädt, uns als ganze Person erfasst, nicht nur als Schaufensterpuppe, ohne Gefühl und ohne Emotion.

Denn wenn wir diese Ebene weglassen, würden wir einem bestimmten Körperfetischismus in bestimmter Ausprägung folgen wollen.
Und zwar nur in derjenigen Ausprägung, die ein bestimmtes Schönheitsideal zulassen würde.

Sicher, die Argumentation, ich behalte meinen A-Cup-Busen desshalb, weil es einige gibt, die genau dies als Fetisch sehen,
eine Frau sehr anziehend finden, die nur Brustwarzen an der Stelle hat, an der der Busen normalerweise ist, ist auch Körperfetischismus.
Aber: Es ist ein Unterschied, ob ich meine gegebenen speziellen Formen als Fetisch “verkaufe,” oder ob ich einem bestimmten
Schönheitsideal, das nichts anderes als ein vordefinierter Fetisch ist, folgen muss oder soll.

Zurück zur emotinalen Charatkerebene:

Aber: Reiner Körperfetischismus ?
Das würde die wichtigste Ebene der zwischenmenschlichen Welt ausblenden: Die Liebe, der Respekt, das Verstehen,
das Sehen des Menschen mit seiner Ganzheit, sein Lächeln, seine Seele. Das wir diese Dinge von einem Partner berücksichtigt haben wollen, sind wir gewohnt. Das wir das von einem Geschäftspartner, der uns für einen Job aussucht nicht erwarten können, liegt in unserer Gesellschaft, unseren Normen, was Wert hat und was nicht, welche Äusserlichkeiten wertvoll sind und welche nicht.

Wenn wir uns mit einer Bewerbung bei unserem zukünftigen Arbeitgeber verkaufen müssen,
werden wir in den meisten Fällen immer diesen Gesichtspunkten unterliegen, oder der Job ist so schlecht bezahlt,
dass der Arbeitgeber hier keinen Wert mehr darauf legt.

Wenn ein Intendant eine Moderatorin sucht, eine Sprecherin für die Nachrichten,
oder wenn ein Musikproduzent eine Girl-Group zusammenstellt,
wenn eine Marketingfirma den neuen Werbespot der Versicherungsagentur plant,
oder wenn eine Modefirma die neue Plakatwerbung der neuen Wäsche-Kollektion designed, immer werden die Maßstäbe angesetzt,
die die Ebene Gefühl und Emotion des Menschen selbst ausblenden, der Mensch wird zur Skulptur, zur Venus von Milo,
zum reinen Objekt, ohne inneren Werte. Geht es noch perfider ?

Wie können sich junge Mädchen dafür entscheiden, diesen Bildern folgen zu wollen, zu müssen ?

Warum ist dieser Druck so hoch ? Wir sehen es jeden Tag und es wiederholt sich jeden Tag, immer und immer wieder.
Jede Frau die sich diesen “Marktgesetzen” nicht beugt, hat es schwerer, muss mehr leisten, mehr arbeiten und hat weniger als eine vergleichbar “schöne” Frau.
Wir sind hier in einem patriarchischen Konstrukt gefangen, das Schönheiten als Abziehbild bereitstellt.

Im Schlepptau dieses Sachverhaltes steht der Passingzwang falsch zugewiesener Frauen.

Genausowenig wie eine hässliche Frau niemals für die Masse schön sein darf, obwohl sie das könnte,
wenn das Schönheitsideal nicht immer und immer wieder in die Köpfe der Menschen gehämmert werden würde,
jeden Abend beim Werbefernsehen, genauso wenig wird eine falsch zugewiesene Frau,
wenn sie es gerade schafft, ihr Passing-Ziel “nicht auffallen” zu erfüllen, keine schöne Frau sein können,
denn das könnte sie nur sein, wenn sie als “schön” auffallen würde.

Es ist aber im Bereich des Betrachters, ob wir etwas als schön empfinden.
Wir sollten aufhören, uns nach (kapitalistisch erfolgreichen) konformen, uniformen Schönheitsidealen zu richten,
wenn eine falsch zugewiesene Frau, deshalb schön sein könnte, dass sie eine tiefe Stimme hat, dass sie grössere Füsse hat,
dass sie breitere Schultern hat, also Dinge, die ausserhalb der celebrierten Schönheitsindustrie liegen,
wie eine Frau in der Regel beschrieben wird,
dann müsste sich keine falsch zugewiesene Frau auch nur einen Gedanken über ihr Aussehen machen.

Die Menschen haben die Fähigkeit zu lernen, wir haben daher auch die Fähigkeit Assoziationen zu verändern, auszutauschen,
nicht aber, wenn wir immer wieder die gleichen Aussagen in hypnotischer Wiederholung vorgesetzt bekommen,
was oder wer schön ist.

Das Ohr von Spock findet man beim ersten mal noch hässlich, weil fremd,
dann wird es vertraut und irgendwann gehört es zu seiner Persönlichkeit, wird zum eigenen Element,
was mindestens wertfrei wird, aber nicht hässlich, für einige vielleicht sogar interessant.

Wir müssen lernen, dass wir nicht flüchten mit unseren besonderen Merkmalen als falsch zugewiesene Frauen,
wir müssen lernen, dass wir diese zeigen, dass wir den Betrachter die Gelegenheit geben, diese liebzugewinnen.

Es geht um Emotionen, die wir beim Betrachter auslösen, unsere Merkmale sind völlig unbedeutend.
Diese sind nur auf den Reißbrettern der Quoten-Statistiker und Marktforscher wichtig.

Wir sind einzigartig und unique, jede falsch zugewiesene Frau ist schön,
gerade weil sie nicht so aussieht wie ein marktkonformes Model, dass uns in der Stadt von einem Grossplakat anschaut,
genau darum.

Es besteht kein Grund unglücklich zu sein. Sondern das Gegenteil. Pinnochio ist liebenswert.

Und:
Shemale-Lover lieben diese Besonderheit dieser Wesen, die Lichtjahre von Normen entfernt ist,
soweit entfernt, dass sie sich für diese Vereehrung und Liebe zu diesen Wesen schämen.
Solltest Du für Dich also sagen, Du bist eine Frau, dann fang an, durch Deine Besonderheit eine Frau für wenige zu sein,
die sich durch keine Frau auf diesem Planeten vergleichen lassen können,
schon gar nicht aus dem Werbefernsehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Apr 282014
 

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Passing ist ein unüberwindbarer Punkt für viele.
Ein Suizidgrund.

Viele Meinungen geben den Anschein,
als ob die Person selbst entscheidenden Einfluss darauf hätte.

Die Konstitution kann nicht verändert werden.

Ausstrahlung und Selbstbewusstsein kann diese nicht verändern.

Das Ziel muss also sein, die Akzeptanz des Betrachters nicht auf “passendes ” Äusseres abzufragen,
sondern auf seinen Verstand, seine Liebe, seinen Respekt und seine Fähigkeit, unsichtbare Geschlechter zu “sehen”.

Perfektes Passing ist schön, führt aber zu keiner Lösung
des eigentlichen Problems, vor denen die meisten kläglich scheitern.

In Bezug auf Genderpolitik ist mir mein Passing völlig egal,
im Gegenteil, ich provoziere eher mit unperfektem Passing,
um die Gesellschaft wachzurütteln,
um sie von ihren Assoziationen zu lösen,
nur das hilft den Druck abzubauen,
den falsch zugewiesene Menschen durch ihr Äusseres
ständig ausgesetzt sind.

Es muss egal sein, wie Du aussiehst,
Oft wird von “Erfolg” und “Leistung” gesprochen…
Ist es ein Erfolg wenn ich es schaffe
einem Menschen gerecht zu werden,
der von Identitäten nichts weiss, oder nichts wissen will ?

Es muss egal sein wie Du aussiehst,
alles andere diskriminiert, setzt unter Druck, stigmatisiert
und macht Räume zu, in denen andere Leben könnten.

 

Apr 272014
 

 

Der Artikel ist auch auf FreeYourGender erschienen

In einem LGBT-Community-Forum wurde ein Thread eröffnet, in der eine TV über eine Person berichtete,
die in ihrem Community-Profil den Wunsch äußerte als TV erzogen zu werden.
Da nun vorwiegend über diese Person abgelästert und sogar geschimpft wurde, auch das Thema überhaupt nicht verstanden wurde,
einige meinten sogar diese sexuelle Spielart mit weiblichen Identitäten verwechseln zu müssen,
konnte ich nicht umhin folgende Antwort zu posten:

Der Thread hieß: “Jemanden zum TV-sein zwingen”

Ich schrieb dazu:

…ist ein Fetisch wie viele tausend andere Fetische die es gibt…und berührt den Bereich soft-SM.
Die Person sucht eine Herrin, die eher mental beherschen soll, als denn körperlich.
In Verbindung mit der Verweiblichung, die diese Person meist sogar selbst möchte,
es aber vorzieht sich von einer anderen Person feminisieren zu lassen.
Der latente Zwang, die Erziehung, die davon ausgehen soll (der geäußerte Wunsch) könnte mehrere Funktionen haben:
1. eine vorhandene Devotheit auszuleben
2. eigene Blockaden durch die Erziehung zu überwinden, die durch gendernormative Rollenerziehung entstanden sind,
die diese Person hindern, sich selbst zu feminisieren
3. eine Art Schule zu bekommen, Anleitung wie es geht, Hintergrundwissen, bis zum Out-Door, also zum Tragen der weiblichen Kleidung, Perücke,
in der Öffentlichkeit, was für viele eine große Hürde ist, aber Sehnsucht danach besteht es zu tun,
und erst innerhalb der “Sissyfication” diese Hürde gebrochen werden kann,
da als Sissy ja dann die Befehle der Herrin auszuführen sind, und “es nicht selbst getan wird”, sondern es verlangt wird.
Durch diese Passivität entsteht der mentale Trick, dass man trotz der eigenen Verneinung (normative Erziehungshürden),
diesen Schritt gehen kann.

Das Thema kommt sehr häufig vor, wenn auch nicht in diesem Forum hier, einfach mal nach “Sissygirlie” googeln – vorwiegend in UK eine sehr bekannte Spielart, meist in Verbindung mit Spanking
die Sub – in diesem Fall die TV, spielt meist die Rolle des Hausmädchens, die Dom ist fast immer in der Frauenrolle,
deshalb meist eine falsch zugewiesene Frau oder CIS-Frau.

Die Reaktionen in diesem Thread, die negativer Art sind, finde ich eigentümlich, man sollte doch wenn man sich für so ein Thema nicht interessiert und es daher auch nicht versteht, zumindest Toleranz zeigen und dem neutral begegnen und nicht negativ -
das sind weder Schwachköpfe noch komische Vögel.

Nicht vergessen, dass wir in der Gesellschaft genauso Menschen begegnen die unser Thema nicht verstehen.
Ob diese Menschen, dass was sie sehen dann als Fetisch sehen oder nicht, spielt dann keine Rolle mehr, wenn sie Abneigung aussprechen.
Von diesen Menschen verlangen wir Toleranz, warum können das manche hier nicht, die selbst Toleranz einfordern ?
Und hier geht es eben “nur” um eine sexuelle Spielart,
und nicht einmal mehr um Identitäten primär.
Natürlich geht es auch um Identitäten wenn wir meinen genannten Punkt 2 als Intention mit einbeziehen wollen.

In diesem Sinne – weitermachen !

Immer drauf auf das Unbekannte – und für mich unnormale,
ablehnen, bashen und die Abneigung kundtun !

Sissygirlie ist eine Variante im Bereich Soft-SM -
im Soft-SM wird das Thema TV mit integriert,
im übrigen habe ich schon einige Sissies aus England über Webseiten und Chat kennenlernen dürfen,
das sind vorwiegend besonders liebe und süße Geschöpfe mit liebe zum Detail in ihren Outfits.

 

Apr 242014
 

 

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Personenstandsänderung ohne Operation ist ein Menschenrecht:

Recht auf Selbstbestimmung muss mit der Unversehrtheit des Körpers ermöglicht werden

In Deutschland wurde diese Selbstverständlichkeit erst 2011 zur Realität,
als das Transsexuellengesetz(SIC!) durch das Bundesverfassungsgereicht novelliert wurde,
und die Gesetzgeber dieser Vorgabe folgen mußten.

 

Apr 222014
 

 

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und wieder und wieder das Klischee: Mann der auf nongaOP-Frau steht ist schwul…

Luft lassen musste ich mal wieder in einem Forum,
in einem Thread wurde wieder mal mächtig dem Klischee gefrönt,
Männer seien schwul wenn sie auf Identitätsfrauen mit dem Extra zwischen den Beinen stehen.
Diese kurze Sequenz die ich hier schrieb, möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten:

Wer Männer, die mit erklärten harmonischen Identitätsfrauen zusammen sind (nongaOP) als schwul erklärt,
ignoriert beide Denkweisen und Empfindungen dieser Menschen in Gänze.

Dies ist eine in höchstem Maße genitalistische und transphobe Haltung.

Und wieder werden nongaOP nicht als Frauen anerkannt,
wie hier in diesem Forum jeden Tag zu lesen ist

Wer dieses Klischee:
Mann der auf nongaOP steht ist schwul ,befeuert
hat keine Ahnung von der Wirklichkeit draussen,
oder ignoriert bewusst.

Es handelt sich um Bi-Männer, die sich für diese Menschen interessieren,
die meisten schwulen Männer können mit Identitätsfrauen nichts anfangen,
einfach mal auf einen Gayparkplatz am Wochenende gehen und das selbst austesten.

Wer sich einer nongaOP nähert, ist ein Bi-Mann,
der natürlich auch auf diesen Plätzen verkehrt,
da es ja keine speziellen Plätze für Bi gibt.

“Stockschwule” Männer beschimpfen sogar oft nongaOP als Tunten.

Ein schwuler Mann steht auf Männerkörper,
mit denjenigen Attributen, die ein Männerkörper zu bieten hat,
und diese Attribute können z.b. sein:

Ledertyp,
behaart,
bärig,
mit Muskeln oder auch softer aber männlich,
der Matrosen oder Popeye Typ
oder elegant im Anzug als Dandy…

jeder nach seinem Geschmack, aber immer männlich, wird alles gern gesehen von schwulen Männern,
Tunten sind für (stock)schwule Männer Luft und unsichtbar.

Aber das man sowas in einem Forum wie diesen überhaupt schreiben muss….(?)

 

Apr 192014
 

 

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Heute aus der Reihe:

Die Besten Tips für die gaOP-Frau:

Flacher Bauch, schon während der Rekonvaleszenz
auch Zuhause bei der Hausarbeit durchführbar !

Durch die HRT kommt oft ein weiblicher Bauch auch dazu,
sprich der Bauch ist manchmal einfach “zu weiblich”
und vor, während und nach der gaOP hat man
sicher auch nicht immer Lust auf Sport,
vor allem dann nicht, wenn man vorher auch keinen gemacht hat.

Nicht lockerlassen, eine gute Figur ist enorm wichtig für ein gutes Passing,
denn zwischen die Beine schauen die meisten ja weniger,
wenn es in sommerlicher Kleidung zum Shopping geht !

Sich in Harmonie befindende nongaOP-Frauen scheinen körperbewusster zu sein,
sind sie doch meist in besonders aufreizender Kleidung auch in der Öffentlichkeit anzutreffen.
Da achtet Frau auch schon auf die richtige Bodyshape – und passt auch generell auf, dass nichts aus der Form gerät.

Disharmonische gaOP Frauen sind oft mit ihrer von der Pathologie konstruierten Krankheit (lt F64.0),
wie auch mit ihrer eigenen Disharmonie so beschäftigt,
dass sie solche Dinge gar nicht mehr so wahrnehmen,
und Erotik und Sex spielt für sie meist nicht so die vordergründige Rolle, zumindest nicht jeden Tag.

Da vergisst Frau leicht, das sie eine schöne Figur haben sollte,
mit den Hormonen wächst nicht nur der Busen, sondern auch der Bauch, manchmal sieht es aus,
als wäre sie schwanger.

Nicht, dass es nicht auch Männer gäbe, die genau darauf auch stehen,
aber wer mag kann folgende Übung einfach machen:
Sie geht immer zwischendurch und fällt nicht groß auf:

Gerade hinstellen – Brust raus, Schultern nach hinten – Kopf gerade und hochhalten (nicht den Kopf senken, wenn man schon bis zum Hals in der …) ein bisschen Spass muss sein – gut:
Wir stehen also gerade und jetzt kommt der Trick:

Auf die Zehenspitzen !
NongaOP-Frauen können das meist sehr leicht, da sie es gewohnt sind in hohen Heels zu laufen,
und machen diese Übung fast schon nebenbei, wenn sie sich sexy dressen,
also für die gaOP-Frau gilt, die meist keine Heels benutzt:
Auf die Zehenspitzen stellen. Kopf hoch, Schultern nach hinten, Brust raus ! (auch wenn noch nicht vorhanden, einfach dazudenken)
und jetzt den Po zusammenkneifen – und die Spannung halten !
Bei richtiger Körperhaltung ist jetzt deutlich zu spüren, dass oben der Bauch sich nach innen bewegt,
die Bauchmuskeln spannen die Bauchmuskulatur und der Bauch wird automatisch in Form gebracht.
Der Po wird dadurch natürlich auch trainiert, Bauchspannung halten, geichmässig atmen, Luft nicht anhalten,
Füsse nach unten und wieder von vorne.

Also ganz einfach für eine schöne Bikinifigur jetzt schon was tun,
auch Zuhause ! -
Damit die gaOP auch im Bikini voll zur Geltung kommt, und kein Bauch den Blick trübt,
vor allem für euch selbst, wenn ihr von oben runterschaut !

Viel Spass !

 

Apr 172014
 

 

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Liebe Lotty,

ich nehme Deine Antwort auf meinen Artikel „die unsichtbare Frau“, als Leitlinie,

einen klassischen Denkfehler zu beleuchten, meine Antwort sehe ich für mich als allgemeingültig an, sie könnte also auch für sich stehen,
ohne Deine Reflektion auf meinen Artikel.

Mein Artikel „die unsichtbare Frau“ hatte zum Inhalt, dass es für falsch zugewiesene Menschen, die in Harmonie mit ihrem Körper sind,
keine eigene Begrifflichkeit gibt.

Wichtig ist aber zu verstehen, dass sie eine abweichende Geschlechtsidentität haben, genau wie diejenigen,
die ihren Körper einer Veränderung unterziehen möchten oder unbewusst unterziehen.

Sobald wir eine abweichende Geschlechtsidentität haben, haben wir es mit einem Geschlecht zu tun.

Im Falle einer falsch zugewiesenen Frau oder Mann, die keine Angleichung für sich benötigt, und sich mental harmonisiert,
bleibt dieses Geschlecht für den Betrachter äußerlich unsichtbar.

Dieses Geschlecht, dass unsichtbar ist, aber sich gleichzeitigin Harmonie befindet, findet bisher keine Berücksichtigung in der Sprache.

Ich habe dieses Geschlecht in meinem Artikel „harmonische Identitätsfrauen, bzw. Identitätsmänner genannt“,
und diesen Begriff auch definiert.

Falsch zugewiesene Frauen und Männer, die eine Veränderung ihres Körpers für sich benötigen,
habe ich „disharmonische Identittätsfrauen bzw. Identitätsmänner genannt“, die Definition ist auch dem Artikel zu entnehmen.

Den Begriff „Transsexuell“(SIC!) verwende ich nicht, da er die Geschlechtsidentität nicht berücksichtigt,
dies habe ich in dem Artikel auch erklärt.

Wir haben nun also 2 Begriffe geschaffen, die die beiden Fälle per Definition unterscheiden,
die zum einen den bisher unberücksichtigen Fall benennen und auch in einem Namen berücksichtigen,
auch wird in beiden Definitionen die Geschlechtsidentität als erstes Kriterium herausgestelllt,
und zum anderen wird der Begriff Transsexuell(SIC!), der diese (die Geschlechtsidentität) nicht berücksichtigt, ersetzt.

Ich leite nun von meiner kurzen Wiederholung des Wesentlichen auf Deine Antwort über:

Du beginnst sinngemäß mit 2 Absätzen. 2 Absätze, die die Begriffe Transgender und Transsexuelle(SIC!) gegenüberstellen.
Diesen beiden Begriffen ordnest Du meine Definitionen jeweils zu,
wobei Du für Transgender meine Defintion “harmonische Identitätsfrau” zuordnest und für Transsexuelle(SIC!) “disharmonische Identitätsfrau”.

Dieser Ansatz Deiner Antwort ist gleichzeitig die Ursache, warum es eine Definition nach meiner Überlegung geben muss.

Der Begriff Transgender beschreibt kein Geschlecht oder eine Geschlechtsidentität.

Er zeigt das soziale Geschlecht, was dem Betrachter offenkundig durch das Äußere, die Äußere Erscheinung vor Augen geführt wird,
was er durch das Äußere “was er sieht”, assoziiert.

Dieses Äußere kann auch Verhalten sein. Trangender ist ein Sammelbegriff, der alles enthalten kann, was es an Begriffen im Moment gibt:
Es könnte sich um eine TS(SIC!) handeln, genau wie es sich auch um eine TV handeln kann.

Welches (Identitäts-)Geschlecht hier mit Trangender gemeint ist, lässt sich vom Begriff Transgender daher nicht ableiten.

Der Begriff stellt nur auf die äußere Erscheinung und soziale Rolle ab. Der Begriff macht keine Aussage über das (Identitäts-)Geschlecht.

Der Begriff „harmonische Identitätsfrau“ macht mehrere Aussagen:
Er beschreibt ein weibliches Geschlecht (Frau), und einen Menschen mit einer weiblichen Identität, wichtig ist hier die Identität,
die immer das Geschlecht primär beschreibt, (nicht das Genital) wenn es um Geschlechtsidentitäten geht,
es geht nicht um den genitalen Gesichtspunkt.

Dann folgt die ergänzende Information über „harmonische“, dass diese Menschen keine Veränderung ihres Körpers unbedingt benötigen,
sondern diese nur als Ergänzung sehen.
Deshalb wird oft nur eine Hormonsubstitution für eine Busenbildung angestrebt, genitale Operationen werden oft nicht benötigt,
oft wird nicht einmal eine HRT benötigt für die Harmonisierung mit dem Körper.
Viele falsch zugewiesenen Frauen, die sich heute noch zu TV zählen, weil sie meinen, dass sie keine TS(SIC!) wären,
würden aber bei genauerer Betrachtung eine weibliche Identität für sich erklären, wenn es dafür eine Begrifflichkeit gäbe.

Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der TV zu den harmonischen Identiätsfrauen gehört.
Mit dem Begriff Transgender kommen wir also in keinster Weise irgendwie weiter, der Begriff lässt sich nicht heranführen,
wenn es um einen Vergleich bzw. Gegenüberstellung zum (zu vermeidenden Begriff) „Transsexuelle“ geht.

In Deinem 1. Absatz, wo Du Transgender mit „harmonische Identitätsfrau” vergleichst, ist auch gut zu erkennen,
dass Du hier keine Geschlechtsidentität berücksichtigst, sondern nur die soziale Komponente,
die sich aber für eine harmonische Identitätsfrau automatisch ergibt, nicht aber ihre Definition per se ist.

Die soziale Komponente erwächst aus ihrer Identität, ist eine Folge davon. Der Begriff Transgender enthält keine Komponente Identität,
sondern beschreibt nur das was zu sehen ist, das Äu?ere, das Ergebnis der Identität, wie der Mensch in der Gesellschaft erscheint.
Es könnte sich auch um einen TV ohne abweichende Identität handeln, also um einen richtig zugewiesenen Menschen,
der nur die soziale Rolle wechselt, ohne abweichende Identität für sich damit erklären zu wollen.

Du bringst in diesem Absatz über Transgender noch einen Punkt mit rein, der zur Verwirrung beiträgt:
Der Begriff „harmonische Identitätsfrau“ beleuchtet mit dem Begriff harmonisch nur den Bezug des Menschen zu seinem Körper selbst,
die Gesellschaft darfst Du bei dieser Betrachtung nicht mit reinnehmen.
Du führst an, dass eine harmonische Identitätsfrau, die Du ja mit Transgender gleichsetzt, mit sich nicht im Einklang wäre,
bis sie sich in die Gesellschaft integriert hat.
Dieser Betrachtungspunkt wird für meine Definition nicht berücksichtigt, die Gesellschaft ist hier nicht mit in meiner Definition enthalten.
Dein Vergleich mit Transgendern, die sich in Disharmonie befinden, weil sie sich evt. nicht in ihrem Identitätsgeschlecht assoziiert sehen von Betrachtern,
geht also in eine völlig andere Ebene und trifft zum einen nicht die Identität selbst, sondern die Fremdbestimmungsaspekte,
es wird die Reaktion mit der Gesellschaft beleuchtet (>Du schreibst Disharmonie).

Ich hoffe Du verstehst meine Denkweise und warum Du meine Definition „harmonische Identitätsfrau“ nicht mit dem Container-Begriff „Transgender“ gleichsetzen darfst.

Nun folgt Deine Überleitung auf den Vergleich mit dem Begriff„transsexuelle(SIC!) Menschen“,
den Du mit meiner Definition „disharmonische Identitätsfrauen“ gleichzusetzen versuchst.

Das erste Problem zeigt sich in dem Begriff „Transsexuelle“(SIC!) selbst, der keine Geschlechtsidentität berücksichtigt.
Der Begriff suggeriert, dass man das Geschlecht wechseln könnte.
Von A nach B.
Diese Betrachtung ist falsch. B ist bereits vor jeder Veränderung des Körpers vorhanden, die Identität.
Diese gilt es bereits vor jeder Veränderung zu respektieren und zu berücksichtigen.
Diese Berücksichtigung findet bis heute aber nicht statt, wenn diese stattfinden würde, gäbe es keine Probleme,
eine falsch zugewiesene Frau ohne körperliche Veränderung als (Identitäts-)Geschlecht Frau anzusehen.

Diese “Wechsel-Philosophie” unterstreichst Du in der Beschreibung eines Wechsels, den Du Transition nennst, und der in die Harmonie führen soll.
Du schließt sogar in Deiner Formulierung aus, dass diese Harmonie nach der Transition nicht eintreten könnte,
in dem Du schreibst: „nach der Transition ist diese mit sich im Einklang.“
Ein Einklang ist aber auch bereits ohne äußerliche Transition möglich. Diese Möglichkeit muß benannt werden und auch berücksichtigt werden.

Wichtig ist hier als Erstes zu sehen, dass die körperliche Veränderung nichts mit der Identität in der Form zu tun hat,
als dass sie sich durch die Veränderung ändern würde, was viele Diskussionen, Penis=Mann, Vagina=Frau, unterstreichen.

Die Veränderung des Körpers ist kein Wechsel in Bezug auf ein (Identitäts-)Geschlecht.
Der Begriff „Transsexuelle“(SIC!) hält auch in der medizinischen Definition weder einen Geschlechtswechsel in herrkömmlicher Sicht,
noch einen Wechsel in der Sicht einer Geschlechtsidentität als Erklärung bereit.

Und da sich keine Geschlechtsidentität „wechselt“ in der medizinischen Definition, kann eine Neovagina keine Frau ergeben lt. dieser Definition,
da biologisch sich ja nicht das Geschlecht Frau ergeben kann.

Deshalb ergeben sich Hilfsbegriffe wie „Frau mit transsexueller Vergangenheit“, die weder auf eine Geschlechtsidentität hinweisen,
noch auf eine (biologische) Frau, sondern kein Geschlecht darstellen, sondern eine Umschreibung, die herausstreicht,
dass dieser Mensch zum einen ein Mann gewesen sein soll, und jetzt zur Frau geworden wäre.

Was sollte diesen Wechsel erzeugt haben, das Skalpell kann es nicht gewesen sein, oder doch ?
Wenn ja, sehen wir hier überdeutlich, dass die Geschlechtsidentität keine Berücksichtigung findet.
Der Begriff im Ergebnis weiterhin kein eigenes Geschlecht abliefert, sondern eine Konstruktion, die aussagt,
dass hier eine Veränderung vorgenommen worden ist, und etwas erzeugt worden wäre.

Die Geschlechtsidentität war aber von anbeginn an da – sie wurde nicht verändert, die Veränderung ist nicht wichtig,
um den Menschen als Identitätsfrau verstehen und anerkennen zu können.
Als disharmonische Identitätsfrau in diesem Fall.
Der Zeitpunkt, wann ich diesen Menschen für mich einschätze und bewerte spielt ebenfalls keine Rolle.
Passing und Grad der Angleichung sind völlig belanglos. Dieser Mensch ist ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie sich mir erklärt für mich eine Identitätsfrau,
eine harmonische oder disharmonische, je nachdem.

Der Begriff Transsexuell(SIC!) beschreibt fälschlicherweise, dass ein Mensch sich in seinem geborenen Geschlecht nicht wohl fühlt,
und seinen Körper seinem gefühlten Geschlecht angleichen möchte.
Das gefühlte Geschlecht ist aber eine andere Begrifflichkeit wie eine Geschlechtsidentität.

Ein gefühltes Geschlecht behält immer das geborene Geschlecht als übergeordnetes Geschlecht bei,
der Ausdruck „gefühltes“ Geschlecht suggeriert eher „Einbildung“ und daraus ergibt sich dann automatisch die gebräuchliche Sichtweise,
die in vielen Gutachten dann auch verbal zum Ausdruck kommt: „fühlt sich dem Zwang ausgesetzt, im anderen Geschlecht zu leben“.

Dies ist keine Gesdchlechtsidentitätsdefinition für ein eigenes, unabhängiges souveränes (Identitäts-)Geschlecht.
Wenn wir also anfangen wollen, Geschlechtsidentitäten zu berücksichtigen, müssen wir uns von dem Begriff „Transsexuelle“(SIC!) trennen,
bzw. von der Darstellung desselben, die von der genitalen Verständniswelt für diesen Begriff skizziert wird.

Du schreibst weiterhin, dass nach einem Wechsel, die Du Transition nennst, der Mensch mit sich im Einklang wäre,
damit unterstellst Du einen Absolutpunkt, ein Ziel, dass erreicht worden wäre, zum Zeitpunkt x.
Die Transition, die Du hier erwähnst, ist aber dagegen ein immer fortwährendes Ziel, die Transition ist niemals abgeschlossen,
sondern eine tägliche Aufgabe bis zum Lebensende.
Die HRT ist ständig präsent, der Körper muss ständig überwacht werden, die Hormonsubsitution erfordert genaueste Kontrolle durch Endokrinolog_innen,
sodaß keine inneren Organe durch eine falsche Dosierung geschädigt werden und gefährliche Nebenwirkungen minimiert werden.
Auch ist die Harmonie, die nach einer Transition für Dich feststeht alleine durch die Unterschiede, die nie vollständig beseitigt werden können,
in den seltensten Fällen erreichbar. In leider nur sehr wenigen Fällen.
Die Chancen sind höher wenn eine äußerliche Transition vor der Pubertät eingeleitet wird.
(>innere Transition ist das Aufgeben des Verdrängens für sich selbst, sowie das Verstehen des Betrachters unabhängig von Passing)

Die Aufgabenstellung für eine disharmonische Identitätsfrau äußerlich ihrem Ideal – einer geborenen Frau – zu entsprechen,
ist fast nicht lösbar und daher eine immerwährende Herausforderung in ihrem Alltag.

Sei es, dass sie ihren Kehlkopf durch ein Halstuch abdeckt oder dass sie bei einer Einladung vor Menschen, die sie nicht kennen,
wenig spricht, um mit ihrer tiefen Stimme nicht aufzufallen. Um nur zwei eher trivial wirkende Beispiele herauszugreifen.
Ich muss an dieser Stelle sicher nicht weiter in die Tiefe gehen.
Die Probleme sind bekannt.

Der Zusatz „disharmonische“ beschreibt den immerwährenden Kampf, die Annäherung an ihr äußeres Idealbild: “Frau”.

Hier davon ausgehen zu wollen, dass eine Transition in Harmonie führen muß, ist eine gefährliche Illusion,
und bietet keinerlei Lösungsansätze für falsch zugewiesene Frauen, die schon allein mit ihrer seitens Geburt mitgegebenen Konstitution,
mit ihrem Aussehen keine Chance haben, als Frau assoziiert zu werden, und ein dementsprechendes Passing nie erreichen können.

Hier muss eine Defintion „disharmonische Identitätsfrau“ Klarheit für den Betrachter schaffen, dass er es hier mit einem Menschen zu tun hat,
dessen Identität zu respektieren ist – und nicht das Ergebnis einer Transition, bzw. seine Akzeptanz ihrer Identität von Äußerem abhängig macht.
Einer Transition, die mehr oder weniger erfolgreich sein kann oder auch nicht.
Eine Identitätsfrau ist man nicht erst aufgrund eines Passings, dass eine Assoziation für bestimmte Betrachter als Frau ermöglicht.

 

Apr 162014
 

Dieser Artikel ist auch auf www.freeyourgender.de erschienen

Die herrkömmlichen Definitionen Transsexuelle(SIC!), Transvestiten, Transgender usw schaffen “Definitions-Schlupflöcher” für falsch zugewiesene Menschen,
und zwar auch für diejenigen falsch zugewiesenen Menschen, die mit ihrem Körper in Harmonie sind,
und keine weitreichenden Änderungen an diesem vornehmen müssen,
für diese gibt es speziell keine Kategorien, die zum Ausdruck bringt,
dass sie in Harmonie sind – auch mit einem Äußere, das viele evt. als das 3. Geschlecht bezeichnen.

Da es weder diese Kategorien gibt, die bestehende Harmonie ausdrücken, noch die sprachliche Auseinandersetzung mit diesen Kategorien,
entsteht in der Gesellschaft die gleiche Lücke im Lernprozess, diese berücksichtigen zu müssen.
Daher muss als erstes die sprachliche Auseinandersetzung mit diesen bereits oder schon immer in Harmonie sich befindenden
falsch zugewiesenen Frauen und Männer erfolgen, damit ein Denkprozess angestossen werden kann,
diese zu berücksichtigen, um ein kognitives Vakuum diesbezüglich zu vermeiden.
Denn eine Verdrängung, die dafür sorgt, dass man dies nicht wissen will, wie man eigentlich wirklich ist und fühlt,
entsteht genau aus diesem kognitivem Vakuum, dass diese Effekte nicht benennt und unsichtbar lassen will.
Wir wachsen in einer Umwelt und Gesellschaft auf, die bei Begriffen wie “das 3. Geschlecht” die Nase rümpft, oder mindestens mit den Achseln zuckt,
Verstehen wird hier keines entgegengebracht werden können, woher auch, offiziell gibt es sowas gar nicht.
Natürlich ist der Effekt bei Zwittern sichtbar, aber Zwitter werden ja auch tabuisiert, womit wir wieder beim Naserümpfen wären.

“Die Grenzen meiner Sprache, sind die Grenzen meiner Welt”
(Wittgenstein)

Die Definition dieses bisher unberücksichtigten Geschlechtes oder Geschlechtervarianz erfasst gleichzeitig das Problem des Begriffes “Transsexualität”(SIC!),
der die Geschlechtsidentität nicht zu berücksichtigen vermag, da dieser Begriff suggeriert,
es gäbe entweder eine Veränderung nach einer Operation bezüglich des Geschlechts,
der dann zu dem Hilfsbegriff “Frau mit transsexueller(SIC!)” Vergangenheit führt, oder diese Veränderung wird gänzlich unberücksichtigt gelassen,
und es wird formuliert: “fühlt sich dem Zwang ausgesetzt, im gegensätzlichen Geschlecht zu leben”.

Egal wie – die Begrifflichkeiten berücksichtigen nicht die Tatsache, dass die Geschlechtsidentität,
die ursprüngliche auslösende Intention für jede Veränderung war und sie wird von der Gesellschaft verleugnet,
im Prinzip genauso wie bereits schon bei der falschen Zuweisung, die nach äußeren Merkmalen erfolgte,
bei der Eintragung des Geschlechtes in die Personalpapiere des Kindes.

Dieser Verleugnung der Geschlechtsidentität muss im Ansatz entgegengewirkt werden, daher ist der Begriff “Transsexualität”(SIC)” zu vermeiden,
denn dieser ist bereits von den Vertretern der genitalistischen Verständiswelt gekapert worden.
Es gibt kein Von -> Nach, es gibt keinen “Wechsel”.

Wir haben es von Anfang an, egal welches Passing gerade vorliegt, oder welche Veränderung bereits erfolgt ist,
mit einer Identitätsfrau oder Identitätsmann zu tun, wenn das Gehirn Dir etwas anderes sagt, als Dein Äußeres.

Das Urteilen nach Äußerem muss bei der Bewertung einer Geschlechtsidentität gänzlich unterbleiben.
Dieses Urteilen nach Äußerem verletzt in hohem Maße die Tatsache,
dass eine Geschlechtsidentität für sich steht und nicht sichtbar gemacht werden kann und muss.

Sichtbar in Form von Erfüllen gewisser morphologischen Ausprägungen, oder noch schlimmer, in Form von Klischees.
Dass ein primäres Genital und dessen Ausprägung eine Geschlechtsidentät beschreiben können soll, ist völlig abwegig.
Wenn es das könnte, wäre das Kind nicht falsch zugewiesen worden.

Die Geschlechtsidentität ist unsichtbar und bedarf keiner Sichtbarmachung,
die nicht aus dem inneren freiwilligen Wunsch des falsch zugewiesenen Menschen erwächst.
Dieser Wunsch darf nicht entstehen, um sich zu erklären, sondern um für sich allein gewünscht zu werden,
die Veränderung muss im Hinblick auf eine Erklärung überflüssig sein, sie dient alleinig der Harmonie des falsch zugewiesenen Menschen selbst,
nicht dem Ziel, sich damit mit der der Gesellschaft in Harmonie bringen zu wollen oder zu müssen.

Die beiden Definitionen die Transsexualtiät(SIC!) zum einen ersetzt und das bisher Unbeschriebene, das Unsichtbare und daher
unberücksichtigte Geschlecht beschreibt sind dann:

harmonic mindwomen – mindmen:
the Sex in Mind is able to connect with the borned body in harmony
doesn´t matter how the body looks like
soft hormone changes works fine to support but arent mandatory for happiness

disharmonic mindwomen – mindmen:
the Sex in Mind is not able to connect with the borned body in harmony
all options are helpful, to bring the body in the right shape and form
hormones, surgery and all possible stuff is needed to fit the body to the mind
the body brings no happiness in the borned condition

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harmonische Identitätsfrauen – Identitätsmänner:
Die Geschlechtsidentität hat die Fähigkeit, den geborenen Körper mit sich zu harmonisieren, egal wie dieser aussieht.
Schwache Hormonsubstitution ist völlig ausreichend und hat nur unterstützende, aber keine zwanghafte Funktion um glücklich zu sein.

disharmonische Identitätsfrauen – Identitätsmänner:
Die Geschlechtsidentität ist unfähig, den geborenen Körper mit sich zu harmonisieren.
Hormone, Chirurgie, alle Mittel die möglich sind, werden benötigt und herangezogen, um den Körper in die Form zu bringen,
die die Geschlechtsidentität verlangt.
Der Körper verschafft keine Zufriedenheit und Glück in der Kondition, wie er geboren wurde