Sep 092014
 

Eine Frau (IF)  schrie in einem Forum ein Post, das sie nicht fremdbestimmt werden möchte, und das sie ein URGS ist.
Das drückt aus, das sie es nicht schaffen konnte, sich gegenüber anderen zu erkären, und sich vor allem gegenüber Menschen, die sie fremdbestimmen zu wehren – ich schrieb daraufhin folgende Zeilen:

 

Liebe A.,

eine Ode an die Selbstbestimmung. die Du da geschrieben hast.

Ich kämpfe für Selbstbestimmung.

Welche Namen, oder welche Definiton Du Dir gibst – ist Deine Sache,
und genau das haben wir im Moment nicht in der Gesellschaft,
nicht in den Medien, nicht bei den Ärzten.

Und wenn man Pech hat, auch nicht durch seine Fremdwahrnehmung
(dürfte leider für die meisten zutreffen, wenn sie nicht gerade wie Kim Petras ausssehen)

Was bleibt ist der Kampf, sich zu erklären, und zumindest diejenigen die
VERSTEHEN WOLLEN ein Fenster zu öffnen,
das es ihnen ermöglicht, zu verstehen.

Ja man muss in diesem Fall den Blinden die Farben erklären.

Denn, Du hast für sie – wie Du hier und auch schon öfter treffend geschrieben hast: Kein Gesicht – sie können Dich nicht sehen

Deshalb heisst mein Buch: Das unsichtbare Geschlecht.

Meine Thesen, meine Definitionen dienen der Aushebelung der Fremdbestimmung, der Einteilungen in Schubläden, der Pathologisierung, dienen dazu sagen zu können: ICH BIN NICHT DAS, WAS DU VON MIR HÄLST

Dies auch jemanden mit Argumenten zu erklären, der nicht VERSTEHEN WILL, und der SOGAR Dich vor anderen falsch darstellt, macht es nötig, sich zu rechtfertigen. damit andere diesem jenen nicht glauben schenken, der etwas behauptet was Du bist.

Irgendeine Behauptung, Du BIST nicht das, weil…
benötigt ein Gegenargument, das der andere in Zugzwang gerät seine Behauptung, die oft nur eine Meinung darstellt, untermauern muß.
Diese Gegenargumente sind eine große Hilfe, auch im Alltag sich gegen Fremdwahrnehmungen zu wehren.

Dieses sich dageben wehren, auch verbal, schafft den Boden, auf den Du erstmal stehen kannst, Du wirst nicht mehr verbal unsichtbar gemacht.

Es ist ein Unterschied, ob Du eine unpassende Fremdwahrnehmung hast, und auch noch verbal unsichtbar gemacht wirst, oder ob Du eine unpassende Fremdhwahrnehmung hast, aber verbal sichtbar bist, und nicht einfach durch Behauptungen “weggeredet” werden kannst.
Das ist der 1. Schritt, zu Deiner Identität – zu Deiner Existenz.

Dein URGS ist nichts anderes, als eine Verbale Sichtbarmachtung Deiner Identität.
Mit URGS vermeidest Du den Diskurs, Dich mit anderen Definitionen vergleichen zu lassen und bestimmst Dich selbst.
Mit URGS koppelst Du Dich von der Fremdbestimmung ab.

Trotzdem könnte jetzt jemand kommen und sagen: DU bist das und das, weil…..

Dein URGS hilft Dir jetzt nicht mehr weiter, weil Du in der Verständniswelt desjenigen argumentieren musst der Dich fremdbestimmt und behauptet Du wärst ein Mann, und denke Dir immer einen imaginären Zuhörer, ihr seit immer zu Dritt: Du , der der was behauptet, und der Dritte, der auch “blind” ist aber die Verständniswelt desjenigen versteht, der behauptet Du wärst ein Mann.

Der Dritte will gar nicht “behaupten” – du wärst das und das – er hört aber den Fremdbestimmer sagen: DU bist ein Mann weil…
Und er hat nur die Verständniswelt dieses Menschen im Kopf, weil er nichts anderes kennt, wie er auch.

Das ist der, der z.B. eine Zeitung liest und Fremdbestimmungsformulierungen liest – und sich bestätigt fühlt wenn Leute schreiben – Ein Mann hat einen Penis.

Wenn Du nun URGS sagst, erreichst Du den 3. Zuhörer nicht, der der Dich fremdbestimmt wird glaubwürdiger für den 3. Zuhörer.

Der 3. will aber gar nicht fremdbestimmen, er will nur “verstehen”.
Er liebt Dich vielleicht sogar, und will Dir helfen,
bekommt aber jetzt nur die Erklärung des 2. – der eine Absicht verfolgt – der z.B will, das nur dualistisch gedacht wird, vielleicht ist es ein Kirchenvertreter oder ein konservativer Politiker oder ein homophober oder transphober Mensch. – Egal – er ist nicht mehr unbeteiligt – er hat eine ganz bestimmte “Meinung” – diese Meinung vererbt er auf den 3. Zuhörer – der euch zuhört im Gespräch.

DU hast keine Chance diesen 3. – der noch ohne Vorurteile ist, und der Dir helfen will, zu erklären, warum Du kein Mann bist, sondern URGS, wenn Du diesem 3. keine Argumente liefern kannst, die in seiner Verständniswelt liegen.

In Travesta gibt es einige die den Diskurs vermeiden um aus der Fremdbestimmung zu kommen – ich darf hier Eve nennen die sich in der Schwesternschaft der Liebe engagiert, eine Trav-Gruppe die auch aus der Motivation der Zusammenführung gegründet wurde, und Abspaltungen entgegenwirken möchte. Zu sagen “ich bin ich”, hilft aber dem 3. Zuhörer nicht, den Du für Dich gewinnen willst, will sagen: den Du erlären möchtest, was Du bist. Er wird keine Möglichkeit haben zu “verstehen” und dem 2. der bei Euch am virtuellen Tisch sitzt – glauben schenken, weil nur er Argumente liefert und sagt: Ein Mann hat einen Penis. Weil der 3. versteht ja auch nur diese beschränkte Welt ohne Gehirngeschlechter und Identitäten – woher soll er das alles verstehen – er ist identitägsblind – oder blind wie Du sagst, Dein Gesicht zu sehen.

Die Aufgabe – und ich wiederhole mich hier absichtlich, ist nicht den zu überzeugen, der Dich aktiv fremdbestimmt, sondern den der euch beide zuhört – der passive Zuhörer der bei Deiner Antwort: Ich bin Ich, für sich keine Erklärung findet, was Du bist und dann dem Glauben schenkt, der Dich fremdbestimmt.
Du kannst Dich mit “Ich bin Ich” – oder “Ich bin URGS” nicht verbal wehren.
Du wirst somit als 1. Schritt verbal unsichtbar -und bleibst dann auch für den 3. Zuhörer, das was von Dir gesagt wird.

Daher hat mein Buch 2 Zielgruppen:
Einmal den 3. Zuhörer zu erreichen, den, der nicht aktiv fremdbestimmt, aber eine Erklärung an die Hand geliefert bekommt, dich verstehen zu können.
Zum Zweiten Dich als 2. Zielgruppe – also Menschen, die sich nicht erklären können und somit unter ihrer Machtlosigkeit leiden – was dieser Thread hier für mich unmißverständlich ausdrückt – zu sagen URGS ist eine Kapitulation gegenüber denen, die Dich fremdbestimmen – Du verlierst damit den 3. Zuhörer.

Den Weg, den Conchita Wurst geht, teile ich nicht.
Ich legitimiere den Weg insofern, als das ich sage, sie macht alles richtig, indem sie dem Diskurs aus dem Weg geht, und nicht sagt sie wäre TS, um damit nicht zerrissen zu werden von den Medien und von den TS selbst, und um somit eine maximale Zielgruppe für ihre Genderpolitischen Botschaften zu bekommen – sie wird durch ihre eigene Erklärung, das sie ein Mann ist, unangreifbar – sie arbeitet in der Schutzzone einer Draq, genauso wie es NinaQueer oder Olivia Jones machen, um einfach für sich zu ermöglichen, das sie in den Medien eine hohe Durschlagskraft erreicht -.was sie zweifellos hat. Diese “Nichtdefinition”, dieses komplette Auflösen einer dualen Welt kann aber nur stattfinden, wenn diejenigen, wie Du, die eine weibliche unsichtbare Identität haben, sich erklären können vor Menschen, die das abstreiten.

Wenn Du das kannst, kannst Du erst entscheiden: Ich entscheide mich für eine “Nichtdefinition” – also das was genderqueer machen, oder ich entscheide mich, mich gegen den Fremdbestimmenden zu wehren – ich will das er andere nicht ein falsches Bild von mir erzählt.

Genderqueer – oder eine Nichtdefinition kann diese Sichtbarmachung für Dich nicht bieten – sie ist etwas für Menschen, die keine Definition wollen, weder Mann noch Frau, und eine komplette Auflösung – es ist eine zusätzliche eigene Richtung -die aber niemals Dein Problem und das vieler andere lösen kann, die unsichtbar sind.

Das erklärt die Gegenbewegung der TS Richtung Genderisten – auch die Genderisten machen Identitäten der TS unsichtbar – verzerren das exakte eigene Definitionsbild vor dem 3. Zuhörer, der irgenwann denkt, das wären alles Rollenspieler, die sich das aussuchen was sie “spielen” wollen – Spielen und SEIN ist ein Unterschied.

Zurück zu Genderqueer – Nichtdefinition und C. Wurst: Dies als Bewältigungsstrategie für Menschen wie Dich bringt Dich nicht weiter:
Daher gibt es hier auch überraschend viele Aufschreie, als C. Wurst den Grandprix gewann – von der Seite, die ich hier dargelegt habe, verständlich.

Wenn ich nun mit Identitätsfrauen daherkomme, ist das keine eigene Schublade.
URGS ist für mich genauso eine Identitätsfrau, wie wenn jemand unbedingt meint, das er eine TS im Sinne von F64.0 ist. Identitätsfrau ist ein Begriff, der nichts mehr sagt, ausser: Ich bin das was ich bin – ich habe eine Identität.
Nur ist der Begriff Identitätsfrau belegt mit Argumenten, und zwar die den 3. Zuhörer erklären, warum Du das bist was Du bist und so fühlst wie Du fühlst, und warum Du darunter leiden musst, das Du “unsichtbar” bist.

Wenn ich hier gegen TS anschreibe, gegen Definitionen, dann mache ich das aus verschiedenen Gründen:
1. weil TS- schon von der Definition her, Dich unsichtbar macht, für die TS-Definition bist Du ein Mann
2. Wenn TS selbst mich fremdbestimmen, schreibe ich gegen sie argumentativ an und hebele ihre Argumente aus, richte die gleichen Agumente mit denen sie ihre Fremdbestimmung untermauern wollen, gegen sie selbst und sie werden dann auch zu dem was sie von mir behaupten.
Beispiel: Sie sagen Du bist ein Mann, weil Du einen Penis hast:
Ich antworte: Warst Du dann auch ein Mann vor der OP ?
Dann müssen sie zugeben, das das Gehirn das Geschlecht bestimmt.
Oder sie verweisen auf die Fremdwahrnehmung, was nichts mit der Identität zu tun hat, oder mit dem was sie vor der OP waren.

Du siehst dann, das diese Menschen zwar selbst noch der Meinung wären, ich wäre ein Mann, aber der 3. der am virtuellen Tisch sitzt, der 3. Zuhörer, eine Erklärung bekommt, warum diese Fremdbestimmer unlogisch argumentieren.
Er hat dann die Chance zu verstehen, warum ein Mensch mit Penis genauso fühlt, wie ohne. oder mit Neovagina – von seiner Identität her, von seiner Seele her.

Das ist elemantar wichtig – da dieses “sich argumentativ wehren” zum sich “erklären” gehört. Hier entsteht dann ein Selbstbewußtsein, das extrem wichtig ist um Deiner eigene Diskrepanz entgegenzuwirken.
Du hast selbst mit Dir zu kämpfen, und brauchst deshalb nicht noch Menschen um Dich herum, die Dir sagen, das Du ein Mann bist.
Diese Situation: Selbst leiden plus die Stimme von außen die sagt: Du bist ein Mann -diese Doppelkonstellation führt für viele dann zum Freitod.

Wenn die äußere Stimme sagt: Du bist eine Frau – wird das Leid sehr oft erträglich und Du kannst anfangen, an Dir zu arbeiten, bzw. die Arbeit fortführen und hast Kraft, wirst von außen gestützt, wirst gestützt Deine Lösungen zu finden, mit oder ohne Penis – mit oder ohne gutes Passing.

Mein Buch, wenn es jemand liest, wird für diesen Menschen die 1. Stimme sein und einen Gesprächspartner ersetzen, der sagt:

Natürlich bist Du eine Frau.

Das ist extrem wichtig, das Buch kann also auch schon während der Phase, während dieser Mensch noch völlig mit sich allein ist Leben retten.

Die 2. Phase, dann, wenn der Mensch sich in der Öffentlichkeit bewegt,
liefert es Argumente für den Alltag um verbalen Sprüchen und Angriffen zu begegnen und sich gegenüber Menschen, die VERSTEHEN WOLLEN zu erklären.

Und ja – bitte sehe dieses Post an Dich nicht als Werbung für mein Buch.
Ich verfolge damit keine kommerziellen Interessen.
Die erste Veröffentlichung wird kostenlos als E-Book verfügbar gemacht.

Wenn es jemand also Book on Demand haben möchte, muss er eben die Herstellungskosten zahlen – viele mögen noch Papier und die klassische Buchform.

LG
Jasminka

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