Sep 112014
 

***SATIRE***

Aktenzeichen TYZ

Meine Danen und Herren, in der Kriminalstatistik gibt es die Rubrik:
Straftat gegen die Selbstbestimmung des eigenen Körpers.
Gemeint sind damit unter anderem: Vergewaltigung des eigenen Körpers, Verstümmelung des eigenen Körpers,
Nötigung und Missbrauch des eigenen Körpers.
Über 3tausend Fällle wurden im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik hier registriert.
Die nüchterne Sprache der Statistiker vermittelt oft nur ein schwaches Bild von dem,
was sich hinter dem amtlichen Begriff verbirgt.
Die KriPo in Hamburg fahndet seit mehreren Monaten nach einem unbekannten Mann,
dem 2 besonders schwere Fälle dieser Art vorgeworfen werden.
Im 1. Fall lauerte der Täter seinem Opfer, also seinem eigenen Körper, in der Badewanne und später im Wald auf.
Im 2. verschaffte er sich unter einem Vorwand Zutritt zu seiner eigenen Wohnung und dann zu der Wohnung einer Frau.
Beide Fälle machen auf sehr plastische Weise deutlich, was sich hinter den unpersönlichen Zahlen,
der Statistik verbergen kann.

Hamburg 4. Juli 2015, ein sogenannter langer Samstag. An den Kassen der Geschäfte drängen sich um die
Mittagszeit noch die Kunden. Auch in der Wäscheabteilung eines Kaufhauses in der Innenstadt.
Gegen 12 Uhr 45 hat Heinz Heinrich, ein 38-jähriger Behördenangestellter, den Wochenendeinkauf für sich erledigt.
Heinz Heinrich hat es sich zur Angewohnheit gemacht, immer in die Wäscheabteilung zu schlendern, er trägt dabei immer seine Strumpfhose unter den Jeans. Auch an diesem Tag hat Herr Heinrich seine Strumpfhose an, sein Körper, den er damit nötigt, verschafft ihm damit ein schlechtes Gewissen, der Körper klagt über Schweissausbrüche und Herzklopfen. Heinz Heinrich wird hier unmittelbar zum Täter und macht sich der Straftat der Selbstbestimmung des eigenen Körpers schuldig. Seinen PKW hat Herr Heinrich in der Parkgarage des Kaufhauses abgestellt. Von der Wäscheabteilung geht Herr Heinrich zunächst zum Kassenautomaten um die Parkgebühren zu bezahlen. Dabei stolpert er über seine Schuhe, mit sehr hohen Absätzen,  und verstaucht sich den linken Fuss so sehr, das sein Körper aufschreit. Hier kommt also zur Nötigung, dem Tragen von Damenwäsche auch noch Körperverletzung des eigenen Körpers hinzu, indem er seinen Körper Schuhe tragen lässt, die für diesen eine Gefahr bedeuten. Dann wenige Minuten vor 13 Uhr kommt Heinz Heinrich zu seinem Wagen. Auf dem Weg dorthin durch das Parkhaus ist ihm nichts besonderes aufgefallen. Und doch wird sein Körper in wenigen Augenblicken Opfer eines Verbrechens werden. Ein großer Spiegel gegenüber seiner Parklücke lässt es zu, das der Körper Heinz Heinrich sieht, und unvermittelt starke Depressionsgefühle bekommt, ja es ist seelische Körperverletzung dieses Wesen zu sehen, Haare, abstehend, als hätte man 1000 Volt durchgejagt und ein geschminktes Gesicht, das nicht einmal zu Fasching für ein Lacher sorgen könnte, sondern eher für Entsetzen. Der Körper kann sich nicht mehr wehren und gerät fast schon in Depresssionpanik. Dieser Blick in den Spiegel ist ein Verbrechen, unter dem der Körper noch sehr lange zu leiden haben wird. Eine nachfolgende Traumatisierung ist nicht auszuschliessen. Doch der Täter hat anscheinend noch andere Absichten, mit dem Wagen seines Opfers, seinem Körper, verlässt er rasch die Hamburger Innenstadt. Für seinen Körper ist die Fahrt eine einzige Tortur. Während der Fahrt sucht sich Heinz Heinrich einen Sender mit klassischer Musik. Der Körper wehrt sich gegen diese msusikalische Vergewaltigung, genauso bekommt er Juckreiz von der engsitzenden Strumpfhose. Rund 15 Minuten dauert die Schreckensfahrt, dann hält der Mann an. Jetzt achtet er darauf, das sein Körper ihn möglichst nicht zu Gesicht bekommt, er schaut nach dem Anhalten im Wald nicht mehr in den Schminkspiegel seines Wagens, um sein Opfer nicht noch weiter zu beunruhigen. Der Mann zwingt seinen Körper mit ihm in das Unterholz zu gehen. Dort entpuppt er sich als brutaler Sexualverbrecher. Sein Körper hat keine Chance gegen ihn. Da er (sein Körper) um sein Leben fürchtet, folgt er seinen (Heinz Heinrichs) Anweisungen. Los zieh Dich aus ! Los hinlegen runter ! Mehrere male wird der Körper vergewaltigt, bevor der Täter von ihm ablässt. Er bringt sein Opfer danach, wieder seinen Schminkspiegel meidend, in die Stadt zurück. Dort verschwindet er, ohne das sein Körper ihn noch einmal zu Gesicht bekommt.

Das 2. Verbrechen wird in Wixenhof verübt, einer neuen Siedlung im Westen der Stadt. Riesige Wohnblocks beherrschen das Bild. Hier ist auch die 20-jährige Alicia Schwarzerberg zuhause. Für ihren Körper ist der Dienstag, der 7. Juli zunächst ein angenehmer Tag. Es ist ein schöner Sommertag und sie hat heute Mittag bereits Feierabend, das sie noch Überstunden hat. Gegen halb 1 kommt Alicia schon wieder nach Hause. Die Frau wohnt mit Eltern und Geschwistern in einem der Hochhäuser am Wohnkloring, in einem Wohnklo im 4. Stock. In dem Wohnklohochhaus am Wohnkloring erscheint an diesem Dienstag Mittag auch ein junger Mann, der in seinem grünen Kittel wie ein Handwerker aussieht. Er inszeniert wie sich später herausstellt bei mehreren Hausbewohnern ein  Täuschungsmanöver. Er gibt vor die Wasserleitung prüfen zu müssen. Alicia Schwarzenberg ist alleine in ihre Wohnklo im 4.Stock, der Vater arbeitet, die Mutter ist mit dem kleinen Bruder für ein paar Tage verreist. Der Täter klingelt und gibt sich als Hausmeister aus, Alicia lässt sich überreden ihn zur Prüfung der Leitung hineinzulassen. Wie bei dem Verbrechen im Wald  deutet alles auf eine Körperverletzung, Vergewaltigung und Nötigung hin. Alicia Schwarzenberg kann sich gegen den körperlich überlegenen Mann nicht wehren. Auch hier kann der Täter schließlich unerkannt entkommen.

Zwei auf den ersten Blick kanz unterschiedliche Fälle, und dennoch geht die Kriminalpolizei in Hamburg davon aus, das beide Taten von ein und demselben Mann verübt worden sind. Kriminalobermeister Constanze kann ihnen sagen warum:
Drei Gründe haben uns zu dieser Ansicht gebracht. Erstens, der Täter ist in beiden Fällen verkleidet aufgetreten, zweitens, auch die übrigen Verhaltensweisen zeigen in beiden Fällen Ähnlichkeit, drittens die Personenbeschreibungen stimmen auffallend überein. Der Täter ist etwa Mitte 30ig Jahre alt, und ungefähr 1.75 gross und schlank, er hatte im besagten Juli kurzes dunkelblondes Haar, und einen spärlichen Oberlippenbart. Leider ist es uns bis heute nicht möglich gewesen, den eigentlichen Tatort zu finden. Also den Ort, an dem der Täter am Waldesrand gehalten, und das Opfer in den Büschen vergewaltigt hat. Wenn es uns gelingt, diesen Tatort zu finden, könnten wir vielleicht Rückschlüsse auf den Täter ziehen. Das Verbrechen müsste nach unserer Berechnung in einer Entfernung von höchstens 25 km in der Umgebung von Hamburg verübt worden sein. Am Tatort selbst ist evt. ein zerknülltes Papiertaschentuch zurückgeblieben, vielleicht hat es jemand gefunden, der erst heute durch diesen Artikel erfährt, was es damit auf sich hat.
Der Täter ist auch vielleicht jemanden aufgefallen, als er mit dem blauen VW zurück in die Stadt gefahren ist, den er machte unterwegs nochmal halt, um sich erneut an seinem Körper zu vergehen. Entgültig verlassen hat er den Wagen dann in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofes.
Im 2. Fall, der sich in einem Wohnklo im Wohnklohof abspielte, hat der Täter mehrere Taschentücher hinterlassen .
Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, ist eine Belohnung von 3 Packungen Papiertaschentücher einer Markenfirma ausgesetzt. Hinweise bitte an die Kripo in Hamburg.

 

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