Sep 162014
 

 

Graphik 1:

Im Idealfall ist das Gehirngeschlecht (Identität) mit dem Körper in Harmonie

Graphik 2:

Wenn der Körper mit der Identität nicht nicht übereinstimmt,
entsteht eine Disharmoniezone (DZ)

Graphik 3:

Es entsteht nun die Aufgabenstellung, den Körper (die Disharmoniezone, DZ) mit der Identität zu harmonisieren (Kompensation).
Diese Aufgabenstellung wird als “Wunsch” im ICD10, F64.0 Code beschrieben. Dieser “Wunsch” wird dann wiederum als psychische Verhaltensstörung pathologisiert. Der im F64.0 Code beschriebene “Wunsch” ist aber nicht isoliert zu betrachten, sondern ist die Folge des vom Körper abweichenden Gehirngeschlechtes. Dieser Sachverhalt wird im F64.0 Code ignoriert. Es wird ein Bild erzeugt, als ob ein Mensch den Wunsch hat “eine Frau zu werden”, dabei ist er bereits eine Frau, und zwar ausgehend von seinem Gehirngeschlecht. Eine Frau, oder ein Mann, je nachdem, welches Gehirngeschlecht dieser Mensch hat.
Die Berührung mit dieser 2. Falschzuweisung, nach der 1. Falschzuweisung (Hebammengeschlecht) ist für viele Identitätsfrauen und Identitätsmänner ein stark negatives Nichtakzeptanzerlebnis aus einem Teil der Gesellschaft, der vermeintlich helfen will und vermeintlich kompetent und seriös ist und “wissend” sein soll. Das Erkennen das ein Arzt und Psychologe mich gar nicht versteht ist für viele ein erster Kontakt mit der “Wand des Unverständnisses”, die sich durch andere gesellschaftliche Aspekte, die später zum Tragen kommen, noch manifestiert. Warum Nichtakzeptanz an Suiziden beteiligt ist, darum geht es hier in diesem Artikel.

 

 

Graphik 4:
Eigenwahrnehmungsdisharmoniezone und Fremdwahrnehmungsdisharmoniezone (EWDZ, FWDZ)

Dieser Abschnitt bildet den Kern des Grundverständnisses, auch für andere Themen, über das hier erörterte Thema “Rolle der Akzeptanz” hinaus.
Mit diesem Abschnitt ist auch das Phänomen der indifferenten “Schubkastendefinitionen” von DWT, TV usw zu erklären. Dies soll aber nur hier angedeutet werden, und nicht Thema des Artikels sein.

Wesentlich ist zu verstehen, das wir es hier nicht mit einem eindimensionalen Sachverhalt zu tun haben, sondern mit einem zweidimensionalen.

Eindimensional würde heissen:
Gehirngeschlecht ist Frau. Körper hat männliche Genitalien.
Aufgabenstellung: Mit dem Körper in Harmonie kommen, durch mentale Kompensationen, die für viele auch durch Operationen unterstützt werden müssen.
In diesem Fall hätten wir einen eindimensionalen Sachverhalt, da nur die Identitätsfrau selbst an der Harmonisierung beteiligt wäre, und es nur eine (einzige) Disharmonisierungszone gäbe, die es zu harmonisieren gilt.

Dieser Fall deckt jedoch die Identität, das Gehirngeschlecht nur ohne den kognitiven Anteil ab.

Ein kognitiver Anteil entsteht immer dann, wenn ich in einer Gesellschaft sozialisiert werde und solange ich mich in dieser befinde, löst dieser kognitive Anteil immer einen dynamische Prozess in meinem Gehirn aus, und interagiert somit ständig mit meinem angeborenen Gehirngeschlecht.

Angenommen ein Mensch lebt auf einer einsamen Insel, und hat seine Mutter verloren, die ihn in frühem Kindesalter verlassen hat. Sie verschwand eines Tages und tauchte nie mehr auf.
Er war gerade alt genug, um überleben zu können. Er hat seine Mutter auch während sie ihn noch ernährt hat, selten gesehen, er hat sie nie nackt gesehen.
Dieses Fallbeispiel konstruiert einen Menschen mit einem Gehirngeschlecht, das so gut wie keinen kognitiv geprägten Geschlechtsidentitätsanteil besitzt.
Dieser Mensch, wenn er eine Identitätsfrau ist, hat in seinem ganzen Leben nie eine nackte Frau gesehen, dieser Mensch weiß somit nicht, wie eine Vagina aussieht. Er hat nie den Vergleich gehört, das Frauen und Männer verschieden hohe Stimmen haben. Er denkt das seine Stimme genauso eine Frauenstimme sein könnte, wie die seiner Mutter, er weiß nicht wie Männerstimmen klingen. Er weiß nicht dass seine Stimme eine Männerstimme ist, er kennt sonst keine Männer. Er hat keinen Vergleich. Auch weiß er nicht, dass Frauen kein Bart wächst, er kannte nur eine einzige, es ist nicht möglich für ihn zu sagen, ob alle Frauen so aussehen, wie seine Mutter. Ja – er weiß noch nicht einmal was Männer und Frauen sind, er hat noch nie Tiere gesehen, wie sie sich vermehren. Er sammelt vorwiegend Beeren und ernährt sich von Obst und Gemüse, Kokosnüsse decken seine Hauptmahlzeiten ab. (wenn man sich nur mit Kokosmilch und Kokosfruchtfleisch ernähren würde, könnte ein Mensch ohne Mangelerscheinungen überleben, Kokos deckt alles ab was ein Mensch braucht) Dieser konstruierte Fall würde als Ergebnis liefern: Gehirngeschlecht Frau. Körper Mann. Dieser Mensch denkt und fühlt wie eine Frau. Ist vom Gehirngeschlecht eine Frau.
Was bedeutet das nun für die Aufgabenstellung seiner Harmonisierung mit dem Körper, wenn wir den kognitiven Anteil des Gehirnes komplett ausblenden, das was der Mensch durch seine Umwelt lernt.
Die Harmonisierung seiner Disharmoniezone wäre sehr einfach. Da er nicht weiß wie eine Vagina aussieht, ist seine Sehnsucht hier nicht ausgeprägt. Er weiß auch nicht, das Frauen Brüste haben, seine Mutter hatte fast keine – sie war sehr androgyn. Er weiß sehr wenig, und um die Sache noch zu steigern:

Dieser Mensch weiß nicht einmal, das er etwas dafür tun muss, damit er eine Frau ist.
Er weiß nicht einmal, dass er wie eine Frau fühlt. Er fühlt einfach.

Sein Gehirngeschlecht ist in Harmonie – und sein Körper macht ihm keine Probleme, da er kein Vergleich hat, was mit ihm nicht stimmen könnte.

Die Diskrepanz, die durch das Gehirngeschlecht vorhanden ist, zum unpassenden Körper, wird diesem Menschen durch die fehlende Umwelt, die ihm sagt, das etwas nicht stimmt, nicht bewusst. Die Diskrepanz ist zwar vorhanden, wird aber nicht erlebt, da sie nicht durch Vergleiche und Defizite getriggert wird.

Die Abweichung, ist zwar vorhanden. Sie kommt aber nicht zum tragen.

Erst wenn wir den kognitiv geprägten Gehirngeschlechtsidentitätsanteil mit dazunehmen, kommt es zu einer “Reaktion”, mit der bereits vorhandenen angeborenen Diskrepanz. Dann interagieren die beiden Systeme: das angeborene Gehirngeschlecht, mit dem, was von aussen auf dieses einströmt, die Summe was aussen eingeströmt ist, und gespeichert und verarbeitet wurde, ist später der kognitive Gehirngeschlechtsidentitätsanteil, der diesen Menschen sagen lässt, durch die Diskrepanz, und dem Wunsch der daraus folgt, seine Disharmoniezone zu harmonisieren: Ich wünsche mir Brüste, ich wünsche mir ein breiteres Becken, Oberschenkel und einen Po, Gesicht und Haare “wie eine Frau”. Das “wie eine Frau” kann nur entstehen, wenn dieser Mensch mit Frauen umgeben ist, die ihm dokumentieren, “wie eine Frau” denn eben ist. Und, durch sein vorhandenes angeborene Gehirngeschlecht werden diese Bilder abgefangen, die er sieht  von den Frauen, und sein Gehirngeschlecht gibt als Meldung zurück: Maday Maday, wir haben eben etwas gesehen, wo wir sagen das wir (unsere weiblich pränatal geprägten Gehirnaspekte) genauso auch sind, und wir haben soeben festgesetllt, dadurch das wir das gesehen haben, das wir nicht so aussehen. Mayday, bitte um Korrektur !

Kognitiv ist also alles was der Mensch in seiner Sozialisation sieht, lernt, erlebt, emotional berührt und seine Identität, und seine Geschlechtsidentität triggert. Die Rückmeldung, die dann von seinem Gehirngeschlecht kommt, muss wiederum mit dem sozialen Umfeld abgeglichen werden. Erst während und nach diesem Abgleich entsteht das Muster, die Erfahrung, das etwas mit ihm nicht so ist, wie andere es erwarten. Diese einzelnen Erfahrungen, sind nicht sofort für ihn bedeutend, werden es aber dann, wenn er zu einem späteren Zeitpunkt an sie zurückdenkt, und setzen das Selbstfindungspuzzle zusammen. “Mami. warum hab ich nicht sowas ?”, sagte der kleine Junge und deutet auf seine Schwester. Das könnte der Junge seine Mutter fragen, wenn er zum erstenmal sein Schwesterchen nackt beim Baden sieht, sofern er es sich überhaupt traut. Und nein – ihm ist nicht bewusst, das er eine von seinem Körper abweichende Geschlechtsidentität hat, das wird ihm erst bewusst, wenn er Defizite spürt, wenn er spürt, das ihm etwas fehlt. Vielleicht spürt er es nach langer Selbstfindung, erst mit Ende Zwanzig. Nach einer Zeit, als er dachte, er wäre schwul, und doch feststellen musste, das er das nicht ist, und nach einer Zeit mit einer Partnerin, neben der er im Bett seelisch erfror, als er spürte, das sie ihn nicht “erreicht”. Seine eigentliche Identität nicht berührt. Nicht sieht. Nicht sehen kann.

Wir haben es bei der 2. Dimension also mit der Umwelt zu tun, die das angeborene Gehirngeschlecht triggert.
Ohne diese Komponente wäre dem Mensch aus dem Beispiel mit der einsamen Insel nicht bewusst, das er ein weibliches Gehirngeschlecht hat.
Erst die Bewusstmachung durch die Umwelt lässt den Menschen erleben, was mit ihm ist und was dies bedeutet.

Diese 2. Dimension, die Umwelt ist von so massgeblicher Bedeutung, das wir darauf alle, und ich betone alle Suizide zurückführen können. Erst das erleben der Diskrepanz durch den Vergleich mit der Umwelt, macht diese Menschen zu Kämpfern, sie beginnen den Kampf, sich mit der Umwelt, die ihnen sagt, das sie den falschen Körper haben, zu versöhnen. Stop. Die Umwelt sagt ihnen gar nichts. Sie sagt es dem Gehirngeschlecht. Und das Gehirngeschlecht, sagt es dem Menschen. Somit wird die Identität, die Geschlechtsidentität “erfahrbar.” “Erlebbar”.
Das der Lernimpuls aus der Umwelt kommt, das das Gehirngeschlecht erst erlebt werden kann, als unpassend, wird deshalb nicht mehr wahrgenommen, weil wir unsere Umwelt als so selbstverständlich ansehen, wie wir andere Dinge für selbstverständlich halten, die wir nicht hinterfragen. Das morgens die Sonne aufgeht z.B. – wir werden erst hinterfragen, warum sie aufgeht, wenn sie nicht aufgeht. Vorher interessiert dies uns nicht, oder wir sind zufällig Astronomen, und beschäftigen uns damit.

Wenn wir also der Mensch auf der einsamen Insel wären,  und über unser weibliches Gehirn etwas schreiben würden, wären wir ohne Interaktion mit der Umwelt Theologen. Wir würden glauben, aber nicht wissen.

Wir wissen aber. Sogar sehr gut, und zwar immer dann, wenn etwas erfolgt.

Auch wenn uns der Psychologe, der über seiner F64.0 Definition sitzt, glauben machen will, das wir nur glauben.

Warum wissen wir. Weil wir sehen was erfolgt. Was folgt.
Wenn wir keine Folgen sehen, müssten wir uns mit dem Glauben zufriedenstellen.

Der Mensch auf der einsamen Insel weiss erst mehr über sich, wenn er in ein Dorf kommen würde, mit Männern und Frauen, und wenn er fühlt, was dann mit ihm passiert, wenn die Dinge die er sieht, mit seinem Gehirngeschlecht ageglichen werden, dann “erfährt ” er, was mit ihm ist, kann seine Geschlechtsidentität positionieren.

An den Folgen wehen wir erst was los ist mit uns. Deshalb wird die 1. Dimension, die 1. Disharmoniezone jetzt aktiv, erst jetzt.
Und entsteht erst, wenn die 2. Dimension, die Umwelt dazukommt.
Wir haben also, sobald ein Gehirngeschlecht mit abweichendem Körpermerkmalen auf eine Sozialisation trifft, eine Art Befruchtung einer Eizelle, die Biene die die Blume bestäubt, wir haben es mit einer Reaktion zu tun. Es entsteht sofort und zeitgleich die 2. Disharmoniezone.

Die Folge ist sichtbar und spürbar, und fühlbar. Wie ein Baum der sich biegt. Wir sehen wie die Äste hin und herwackel. Wir erleben die Folge.
Auch wenn wir in diesem Moment den Wind noch nicht kennen, würden wir nie auf die Idee kommen, da es Wind gibt, wenn wir dessen Folgen nicht sehen könnten. Wir werden unsere Erfahrungen immer mehr weiter vertiefen und sammeln und so irgendwann feststellen, das uns der Wind die Äste biegen lässt. Genauso wie wir feststellen werden, nach Jahren, das unser weibliches Gehirn an bestimmten Folgen schuld ist, die eintreten. An Gefühlen schuld ist, die wir anfangs nicht beschreiben konnnten, aber nach und nach, haben wir anhand der Folgen die Ursache eingekreist. Wir wissen.

Die beiden Disharmoniezonen, die jetzt das Zweidimensionale System bilden, ohne die keine weitere Betrachtung mehr möglich ist, habe ich Eigenwahrnehmungsdisharmoniezone (EWDZ) genannt und Fremdwahrnehmungsdisharmoniezone (FWDZ).

Erstere ist unser angeborenes Gehirngeschlecht, die zweite  ist die Zone, die entsteht durch das kognitive Gehirngeschlecht, das nach Jahren Interaktion mit dem angeborenen Gehirngeschlecht mit diesem so gut wie untrennbar verbunden ist.

Die Erklärung bis zu diesem Punkt erlärt nun im Anfang die Graphik, warum aus einen Disharmonizone, die mit “Körper” beschriftet war,
nun 2 Zonen geworden sind, die  mit EWDZ und FWDZ beschriftet sind.

Der Trennstrich, der diese Zonen teilt, kann an beliebiger Position liegen. Somit entsteht eine Gewichtung der beiden Zonen.
Er kann aber auch ganz links liegen oder ganz rechts, was die jeweilige Disharmoniezone dann verschwinden lässt.
Diese sich dann ergebenden beiden Extremfälle, also nur EWDZ, oder nur FWDZ, sind extrem selten, sie werden aber erläutert, damit die Plausibilität aufgezeigt werden kann.

 Leave a Reply

(required)

(required)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>