Aug 312014
 

 

Jasmin: Herr Palmwedel, sie kommen gerade von dem Kongreß für ..

Dr. Palmwedel: Dr. Palmwedel…

J.: Entschuldigen Sie, Herr Dr. Palmweldel – sie haben sicher einige Neuigkeiten vom Kongress für uns ?

Dr. P:  Ja sicher, die Neue Medizin (NM) schafft einen völligen Paradigmenwechsel, wir haben einige grosse Veränderungen

J.:  In den Medien hörte man ja einiges von der Schulmedizin (SM), sie haben Ihnen sehr viel Gegenwind.. (Dr. P unterbricht…)

Dr. P.: Ach hören sie auf mit diesen konservativen Chefarzt-Ideologie-Anbetern. Wenn es nach denen ginge, wären wir heute noch keinen Schritt weiter. Der Patient wurde unmündig gemacht, als Objekt gesehen. Nein die NM überträgt dem Patienten die gleichen Rechte – der Patient kann mit dem Arzt beraten -nicht der Arzt bestimmt über das “Objekt” – den Patienten.

J.:  Ja das ist sehr löblich, was bedeutet dieser Kurswechsel nun für die T-Themen -also vor allem Trans und F64.0 Thematiken – ich meine, da war doch Handlungsbedarf ?

Dr. P.: Ja -sicher – wir hatten ja gesehen, das das so nicht weitergehen konnte, der Quatsch mit dem Zwang im anderen Geschlecht leben zu wollen usw, das war nicht mehr haltbar. Allein durch das Internet haben sich so viele Interessenverbände gebildet, das führte zu einem Druck auf die SM, das wir gar nicht mehr viel tun mussten, wir konnten uns als Retter gut einbringen, mussten nicht mehr viel kämpfen.

J.:  Was ist passiert, gab es eine Novelle ?

Dr. P.:  Ja – das Hauptproblem war, wie bekommen wir die KK auf unsere Seite, das sie die OP bezahlen – auch im Hinblick auf die Löschung des F64.0 Codes, wir haben das dann über eine Prophylaxe -Maßnahme gemacht.

J.: Sie meinen, das sozusagen eine Depression verhindert wird…

Dr. P.:  Dagegen wehrten sich auch wieder viele Interessenverbände, besonders im Bereich der TG, sie wollten gar nicht mit psychischen Themen in Berührung kommen, wir mussten uns was ganz neues stricken.

J.: Was wurde erarbeitet ?

Dr. P.:  Wir argumentierten einfach komplett weg vom Transthema, hebelten damit die gesamte Diskussion innerhalb der Schnittstelle der KK aus. Wir standen also vor der Aufgabenstellung, eine Vaginaoperation über einen Trick zu legitimieren – wir durften aber das Wort Vagina nicht anklingen lassen, sonst wären wir sofort wieder im Geschlechts-Diskurs.

J.:  Das ist ja spannend. Also eine VaginaOperation  - sprich die Schaffung einer Neovagina, ohne das Wort Vagina überhaupt zu erwähnen, vor der KK zu legitimieren ? Wie haben sie das geschafft ?

Dr. P.:  Wir sind ja immer sehr kreativ, gerade die Akteure innerhalb der neuen Medizin, die haben mit der SM sowieso immer eine Rechnung offen, die sind das so hammerhart, dagegen ist die Annektierung der Krim diesen Jahres und das Vorgehen der Beteiligten ein Kaffeebesuch bei Verwantden. Die  haben es tatsächlich fertiggebracht zu sagen wir brauchen diese Operation um eine 2. Pomumu zu haben.

J.: Bitte ?

Dr. P.:  Ja – das ist hammerhart. Also einmal- haben wir ja im Körper viele Dinge, die doppelt angelegt sind, Nieren, Lungenflügel usw. wenn eine Komponente ausfällt, bleibt der Organismus noch am Leben. Augen, Ohren, auch wenn hier das räumliche Sehen und die Ortung beeinträchtigt wird, wäre es fatal wenn man gar nichts mehr sehen würde oder hören, also nur ein Auge vorhanden wäre, oder ein Ohr.

J.: Ja -aber Herr Palmenwedel, –  entschuldigung Dr. Palmenwedel, es ist aber doch klar, bzw. es liegt auf der Hand, das eine Pomumu nicht entsteht ? Die Funktion meine ich…

Dr. P.:  Ja – das ist klar, wir argumentierten, das es egal wäre, ob eine Neovagina entsteht,  die keine Vagina wäre, oder ob ein Pomumu entsteht, die keine Pomumu-Funktion hat. Es ist beides ein Fake wenn man so will. Und reinstecken kann man in beide Löcher etwas. Es ändert sich ja nur der Name.

J.: Ja schon – aber das Redundanz-Argument – bezieht sich auf die Funktion der Pomumu.

Dr. P.:  Ja hier haben wir auch noch differenziert – deshalb ja Pomumu und nicht Poloch – ich meine – das ist schon ein Unterschied. Mumu hat ja die Bedeutung, das es eine Art AV-Kosewort ist – also ein Placebo-Begriff für AV, der eine Assoziation zu GV schaffen soll. Wenn wir also eine Identitätsfrau haben, die ihren Po als Mumu, sprich Vagina begreift, wenn sie Verkehr hat, haben wir eine Funktion – wenn wir diese Funktion durch eine  Redundanz sichern wollen, brauchen wir 2 Pomumus.

J.: Ah ich verstehe, die KK sorgt also mit der OP dann für die 2. Pomumu, damit die Identitätsfrau ruhig schlafen kann, also 2 Nieren, 2 Lungenflügel, 2 Augen, 2 Ohren, usw – also auch 2 Pomumus !

Dr. P.:  Ja – die NM hatte da noch eine Rechnung mit der SM offen, wir geben zu das dieses Argumentation sehr gewagt ist, aber wir haben es geschafft. Das zeigt uns mehreres:  Erstmal ist uns jeder Sieg über die SM eine Genugtuung, aber alleine das der F64.0 gekippt werden konnte, gestrichen werden konnte, und das die KK nun die prophylaktische OP für eine 2. Pomumu bezahlt, sagt uns doch, das hier eine weiche Masse in der Medizinfront herrscht, der der die grösste Lobby hat, der macht die Regeln. Bei der Einführung des F64.0 war es nicht anders. Das beweist, das es nie um Sachthemen und Argumente ging, sondern immer darum, welcher Interessenverband hat den meisten Einfluss und die meiste Macht, und den größten Vorteil aus dem Beschluß.

J.: Ja, verstehe, aber was ist nun mit den TS, sie sind ja dann keine Frauen, sondern Männer mit 2 Pomumus ?  Sie bleiben komplett medizinisch unbeachtet als Frauen ?

Dr. P.:  Es ändert sich nichts von der Arzt-Seite. Sehen Sie, die TS waren vorher ja auch keine Frauen, sondern gestörte Männer für die Mediziner. Die Schnittstelle der Mediziner entfällt nun für die TS komplett.
Die TS erscheint überhaupt nicht mehr als TS – sie macht ihre PÄ, und integriert sich in ihre Gesellschaft, je nach Möglichkeiten und Willen. Lebt in der gesellschaftlichen Rolle die für sie am besten passt. Es ändert sich ja an den Operationen nichts, wenn die Operation gelingt, ist sie was zwischen den Beinen ist von einer CIS-Frau nicht zu unterscheiden, wenn sie  z.B. in der Damensauna sitzt. Vorausgesetzt ihr Passing ist ok. Aber das entscheidet sie selbst,  wie weit sie in die Gesellschaft vordringen möchte mit der Frauenrolle. Das weiß sie selbst am besten, was ihr Körper für eine Fremdwahrnehmung bietet. Wenn sie vorher schon weiß, das sie kein Passing hat, wird sie nicht mit diesen Alltagstest-Quatsch konfrontiert. Das entscheidet sie alles selbst. Sie könnte sogar, wenn sie will sozial als Mann leben. mit der gaOP (2. Pomumu).

J.: Das klingt ja alles extrem flexible und easy.

Dr. P.:  Ja das ist es auch. Die OP wird  bezahlt. die Psychotests und der Quatsch entfällt, es werden nur noch die Gutachten benötigt, für die PÄ, das liegt aber außerhalb der Medizin, das sind reine Behördenwege. Sache des Amtsgerichts. Der Richter interessiert  sich auch nicht für den Körper eines Antragsstellers. Ob er sich eine 2. Pomumu machen lässt oder nicht, das hat ihn nicht zu interessieren. Auch nicht das Aussehen des Antragstellers. Niemand muss sich eine Perücke kaufen, um zum Amstrichter zu gehen. Der ESC in Kopenhagen hat hier sämtliche Assoziationen gesprengt, das hat auch viel gebracht.

J.: Ja verstehe, im Prinzip sind alle Probleme gelöst worden, die NM hat hier einen guten Vorstoss für diese Menschen realisiert.

Dr. P.:  Ja – ich bin auch ganz begeistert, ich meine – es ist doch völlig egal, wie die Spalte heisst, die nach der OP zu sehen ist – sie erscheint nur in den Büchern der KK -für die Maßnahme als 2. Pomumu, ansonsten wird das ja auch nicht Public gemacht. Die TS – oder nennen wir sie NEOTS, also die TS nach der F64.0 Novelle, nach der Streichung der kompletten Schnittstelle der Ärzteschaft für einen TS-Fall,  hat komplett freie Hand – sie hat nur noch den Weg zum Amtsrichter zu gehen, der Rest spielt sich im flexiblen Bereich einer TG-Welt ab. Natürlich gibt es noch Probleme, wenn sie die PÄ hat, aber sozial als Mann lebt, diese Konstellation gibts auch. Vor allem Arbeitgeber haben hier manchmal Probleme und Ängste, stellen dann nicht ein, wenn der Vorname nicht zum gewohnten Aussehen paßt. Aber das ist eine gesellschaftspolitische Entwicklung, die wachsen muß. Dadurch, das durch die Novelle, das Streichen von F64.0, die Entpathologisierung, das Wegräumen der Hindernisse mit Alltagstest usw. viel mehr Menschen diesen Weg gehen werden, wird es eine Abstumpfung geben. Die Medien werden müde jeden Fall zu beleuchten, so wie es heute noch der Fall ist. Und irgendwann werden auch die gesellschaftlichen Probleme, die mit dem Aussehen zusammenhängen entschärft. Ich meine die hatten wir ja vorher auch, und vorher war  der einzige Ausweg 100% Passing zu haben. Und der damalige Zustand bot keine grossen Möglichkeiten, die Gesellschaft im Denken aufzubrechen. Jetzt, wo eine Art Liberalisierung eingetreten ist, seine Identität ohne grossen Aufwand umsetzen zu können, wird es mehr Menschen geben, werden mehr Menschen den Mut haben, die kein ausreichendes Passing haben, den Weg trotzdem zu gehen. Wir haben diesen Entwicklungsschub schon bei der PÄ-Novelle 2011 festgestellt, und nun, in der Zeit der NEOTS, oder besser Identitätsfrauen und -männer, wird sich das ganze nochmals extrem zahlenmässig etablieren. Wir bekommen hier eine sichtbare Veränderung in allen Bereichen. Überall wo  Trennungen zwischen Mann und Frau über das Aussehen zum normalen Bild gehört haben, wie z.B. in Umkleiden von Schwimmbädern usw. wird es Veränderungen geben. Diese Veränderungen werden nach und nach wachsen und alles wird sich zwangsläufig an die nun entstehenden Anforderungen anpassen. Gerade im kommerziellen Bereich, und letzten Endes geht es um Kunden und Geld, egal in welchem Bereich, das gilt auch für ein öffentliches Schwimmbad, zählt die Kundenzufriedenheit und das Image. Ein Unternehmen kann es sich nicht mehr leisten, in der NEOTS -Ära, über dualgeschlechtliche Argumente zu diskriminieren, ein Image ist dann gut, wenn es keine Ressentiments beinhaltet.

J.: Herr Dr. Palmenwedel – ich danke Ihnen für dieses Gespräch !

Dr. P.: .Gerne doch.

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